Es begann mit der Stromrechnung. Als die Tarife in Pakistan zwischen 2022 und 2025 um über 150 Prozent stiegen und die Versorgung regelmässig zusammenbrach, suchten Millionen Haushalte nach Alternativen. Sie fanden sie auf dem Dach.
Pakistan erlebt einen der schnellsten Übergänge zu Solarenergie weltweit. Bis 2026 stammen schätzungsweise 20 Prozent des gesamten Stroms aus Solaranlagen, die Haushalte und Betriebe selbst installiert haben. Die Nachfrage nach Netzstrom sank zwischen 2022 und 2025 um elf Prozent. Gaskraftwerke laufen tagsüber kaum noch.
Die Bewegung ist nicht von der Regierung gesteuert. Es gibt keinen nationalen Solarplan. Nachbarschaftselektriker installieren die Panels, lokale Lieferketten versorgen sie mit Material, WhatsApp-Gruppen und YouTube-Videos verbreiten das Wissen. Wer sieht, dass der Nachbar fast keine Rechnung mehr zahlt, bestellt selbst.
Mitten in der Energiekrise, die der Krieg in Iran und die Sperrung der Strasse von Hormuz ausgelöst haben, zeigt sich der Effekt besonders deutlich. Eine Analyse von Renewables First und dem Centre for Research on Energy and Clean Air schätzt, dass Pakistan 2026 allein durch Solarstrom Importe im Wert von 6,3 Milliarden Dollar einspart.
In der Provinz Sindh verteilt die Regierung inzwischen Solarsysteme an 200.000 einkommensschwache Haushalte. Mehr als 100 junge Frauen wurden durch die LADIESFUND-Initiative zu zertifizierten Solartechnikerinnen ausgebildet.
Es ist kein perfekter Wandel. Stromversorger verlieren Einnahmen, die Regulierung hinkt hinterher, und nicht jeder Haushalt kann sich Batteriespeicher leisten. Aber die Richtung steht: Sonne statt Import.
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