Es begann mit einem Gespräch unter Freunden. Eine schwangere Kollegin hatte sich über eine verwahrloste Bushaltestelle auf ihrem Arbeitsweg beschwert. Der Müll, der Dreck. Die Behörden reagierten nicht. Also beschlossen fünf junge Leute in Bekasi, einer Satellitenstadt östlich von Jakarta, es selbst zu tun.
Anfang 2026 gründeten Syafii Maarif Al-hafiz, 27, und vier Freunde die Gruppe Generasi Burgeract. Der Name ist Programm: Kritik an der Regierung durch Handeln. Im Januar begannen sie mit der Reinigung einer Bushaltestelle. Ihr Video verbreitete sich in den sozialen Medien. Statt einer Aktion pro Monat, wie ursprünglich geplant, arbeiten sie seitdem fast jede Woche.
Die Gruppe füllt Schlaglöcher mit eigenem Geld, räumt Haltestellen auf und dokumentiert alles auf Video. Es ist kein Protest im herkömmlichen Sinn. Es ist eine stille Aussage: Wenn niemand handelt, handeln wir.
Der Bedarf ist real. In Sidoarjo, einer Nachbarstadt, starb Anfang März ein 61 Jahre alter Motorradfahrer, der nachts in ein Schlagloch fuhr und von einem Lastwagen überrollt wurde. Wenige Stunden später feierten Stadtbeamte ein aufwendiges Iftar-Fest. Das Bild wurde zum Symbol einer Kluft, die viele Menschen in Indonesien empfinden.
In Bekasi und in Sidoarjo haben Anwohner mittlerweile eigenes Geld gesammelt, um Strassen zu reparieren. Die Aufmerksamkeit, die Generasi Burgeract erzeugt hat, brachte lokale Politiker dazu, zumindest die Notwendigkeit besserer Infrastruktur anzuerkennen.
Die fünf Freunde machen weiter. Jede Woche ein Schlagloch weniger.
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