Weniger als tausend Menschen leben auf den Inseln des Juan Fernández Archipels, rund 670 Kilometer vor der Küste Chiles im Pazifik. Die meisten von ihnen sind Fischer. Seit mehr als 130 Jahren bewirtschaften sie ihre Hummerbestände nach selbst auferlegten Regeln: keine Fänge während der Schonzeit, keine trächtigen Weibchen im Netz, nachhaltige Fanggeräte.
Am 10. März unterzeichnete Präsident Gabriel Boric ein Dekret, das 360.000 Quadratkilometer Ozean rund um die Archipele Juan Fernández und Nazca-Desventuradas unter vollständigen Schutz stellt. Zusammen mit bestehenden Schutzzonen umfasst das Gebiet nun fast eine Million Quadratkilometer. Chile schützt damit über 50 Prozent seiner ausschliesslichen Wirtschaftszone.
Das Dekret geht auf einen Vorschlag der Inselbewohner selbst zurück. Im vergangenen Jahr reichten sie bei der Regierung einen Plan ein, der die Erweiterung der Schutzzonen vorsah. Julio Chamorro Solís, Präsident der Gemeinschaftsorganisation Mar de Juan Fernández, fasste es so zusammen: Die Gemeinschaft lebt seit Generationen in Harmonie mit dem Meer. Die Erweiterung des Schutzes sichere gesunde Ozeane, lebendige Fischgründe und die kulturellen Traditionen der kommenden Generationen.
Die vollständig geschützten Gewässer verbieten jede Form der Entnahme, auch Fischfang und Bergbau. In den Tiefen der unterseeischen Bergketten leben endemische Arten wie der Juan Fernández Seebär, der einst als ausgestorben galt. Wale, Delfine, Meeresschildkröten und zahlreiche Fischarten profitieren von der Entscheidung.
Pablo Manríquez Angulo, Bürgermeister von Robinson Crusoe Island, sprach von einem Versprechen, das den Kern der Gemeinschaft widerspiegelt. Es gehe nicht nur um Biodiversität. Es gehe darum, die Kultur, die Traditionen und die Zukunft der Kinder zu bewahren.
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