Torosiaje ist ein Bajau-Fischerdorf auf Sulawesi, in dem das Leben direkt am Wasser hängt. Die Häuser stehen über dem Meer. Boote sind dort keine Kulisse, sondern Alltag. Als Mangroven über Jahre zurückgingen, war der Schaden nicht abstrakt. Lebensräume für Fische wurden kleiner, die Küstenlinie wurde angreifbarer und das Dorf spürte den Verlust im täglichen Leben. Also begannen einige Bewohner, wieder zu pflanzen.
Die Arbeit ist langsam, wiederholend und aus der Distanz leicht zu übersehen. Setzlinge müssen vorbereitet, getragen und eingesetzt werden. Viele gehen ein. Andere fassen Fuß. Mit der Zeit wird die Logik der Mühe aber sichtbar. Die Mangroven helfen dabei, Bruträume für Fische zurückzubringen und zwischen Meer und Siedlung wieder einen stärkeren Rand zu schaffen. In dem Radiobericht, der in der Woche vom 9. bis 15. März ausgestrahlt wurde, erscheint das Dorf nicht als Ort, der auf Rettung wartet, sondern als Ort geduldiger Reparatur.
Was der Geschichte Gewicht gibt, ist der kollektive Charakter dieser Arbeit. Es ist nicht die Erzählung eines einzelnen Helden. Es ist eine gemeinschaftliche Praxis, geprägt von Erinnerung, Abhängigkeit und Wiederholung. Ältere Bewohner geben Wissen weiter. Jüngere lernen, dass Schutz nicht nur von außen geliefert wird. Manchmal ist Schutz etwas, das ein Dorf mit den eigenen Händen immer wieder pflanzt, weil die Alternative darin besteht, die Grundlage des eigenen Lebens langsam zu verlieren.