South Africa

Südafrika: 32 Freiwillige und ein kaputter Wasserhahn verändern das Eastern Cape

In der ländlichen Region Mncwasa haben Dorfbewohner ihre marode Wasserversorgung selbst repariert. Sie klagten nicht vor Gericht. Sie zählten Reservoirs. Die Zuverlässigkeit stieg von 41 auf 81 Prozent.

Nothembile Vayo ist 57 Jahre alt und lebt in Tshezi Village im ehemaligen Transkei. Nach einem Schlaganfall konnte sie kaum laufen. Der Wasserhahn in der Nähe ihres Hauses war trocken. Sie musste zum Fluss gehen, um Wasser zu holen. Es klingt wie ein Satz aus einem Bericht. Es ist ihr Alltag.

Das Mncwasa Water Scheme wurde 2015 für 125 Millionen Rand gebaut. Es sollte 33.000 Menschen mit Trinkwasser versorgen. Eine zentrale Aufbereitungsanlage pumpt Wasser aus einem Staudamm in 31 Reservoirs, von dort in Tausende von Gemeinschaftszapfstellen. Ab 2020 funktionierte fast nichts mehr. Rohre leckten, Reservoirs liefen über, während andere leer standen. Die Gemeinde Amathole war bankrott und unter Zwangsverwaltung. Vor Gericht ziehen war sinnlos.

Also wählte die Gemeinschaft einen anderen Weg. Die Organisation Equality Collective, gegründet im Dorf Nqileni, bildete mit traditionellen Oberhäuptern, Gemeinderäten und Anwohnern ein Komitee. Sechs Freiwillige befragten 300 Haushalte. Mehr als die Hälfte hatte kein Wasser. 82 Prozent hatten nicht jeden Tag Wasser. Dann begannen 32 Freiwillige, täglich die 31 Reservoirs zu kontrollieren. Simlindile Lamani ist einer von ihnen. Er sagt, die Menschen begrüßen ihn jeden Tag mit einem Lächeln.

Die Daten der Freiwilligen gingen an die Gemeinde und an Ingenieure. Der Befund war klar: Das System braucht tägliche Steuerung, um hydraulisch im Gleichgewicht zu bleiben. Was fehlte, war nicht Technik, sondern Beobachtung. Die Gemeinschaft lieferte sie.

Zwischen August 2022 und Januar 2026 stieg die Wasserzuverlässigkeit in Mncwasa von 41 auf 81 Prozent. Noluvo Mandukwini, die Wasserrechts-Koordinatorin des Equality Collective, sagt: Unsere Gemeinden haben Kraft und tiefes Wissen. Wenn sie mit Gemeinden zusammenarbeiten, entsteht nachhaltiger Wandel.

Kinder gehen regelmäßiger zur Schule, weil Uniformen gewaschen werden. Mädchen verbringen weniger Zeit damit, Wasser zu holen. Die Ingenieure haben ein Wort dafür: hydraulisches Gleichgewicht. Die Bewohner haben ein anderes: Würde.

Sources

  1. https://www.dailymaverick.co.za/article/2026-03-05-how-communitymunicipality-partnerships-can-alleviate-sas-water-crisis/
  2. https://groundup.org.za/article/how-rural-communities-can-help-fix-their-water-supply/
  3. https://groundup.org.za/article/villagers-work-with-eastern-cape-municipality-to-fix-water-supply/